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Pressemitteilung:

Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer der NS "Euthanasie" am 1.9.07 in Berlin

Unser Verein zur Unterstützung psychisch kranker Menschen "Das Boot" Wismar e.V. wird durch die Geschäftsführerin Sandra Rieck und eine Gruppe weiterer Nutzer und Nutzerinnen an der Gedenkveranstaltung in Berlin am 1. September in der Tiergarten-Allee 4 teilnehmen. Hier ist der Ort der sogenannten "T 4-Aktion" zur Vernichtung lebensunwerten Lebens, aufgrund derer Menschen mit psychischer Erkrankungen oder anderer Behinderungen durch Ärzte als lebensunwert eingestuft und zu hunderttausenden systematisch getötet wurden. Insgesamt kann von mehr als 300.000 Opfern ausgegangen werden, hinzu kommen 400.000 zwangssterilisierte Menschen aufgrund des Gesetzes zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses.

Wir möchten durch unsere Teilnahme an das Schicksal dieser Menschen erinnern und aufmerksam machen auf unsere Verantwortung heute, denn "Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst" (Buchtitel über den organisierten Mord an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in der NS-Zeit).

Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener veranstaltet u.a. zusammen mit dem Dachverband Gemeindepsychiatrie, in dem "Das Boot" Wismar e.V. Mitglied ist, und der DGSP am 1.9.2007 um 14. -15.30 Uhr an der Gedenktafel Tiergartenallee 4 in Berlin eine Gedenkfeier für die Opfer der NS "Euthanasie". Diese gemeinsame Veranstaltung ist hervorgegangen aus einer Diskussion im Kontaktgespräch Psychiatrie, in dem sich alle Vertreter gemeindepsychiatrischer Verbände regelmäßig zu Fachdiskussionen zusammenfinden.

Der Vorstand des Dachverband Gemeindepsychiatrie sowie der Vorstand der DGSP haben gemeinsam die nachfolgende Stellungnahme verabschiedet.

Sandra Rieck
Geschäftsführerin
"Das Boot" Wismar e.V.



Buch über Opfer der "Euthanasie"

"Das Vergessen der Vernichtung ist Teil der Vernichtung selbst" - so
lautet der Titel eines Buches über den organisierten Mord an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen während der NS-Zeit. Von den etwa 300 000 Psychiatriepatienten, die von 1939 an umkamen, sind hier die Lebensgeschichten von 23 Opfern dargestellt. Obwohl die Lebensberichte bewusst kühl abgefasst sind, ist das Buch Ausdruck einer engagierten und mitfühlenden Forschung.

Petra Fuchs (Hrsg.): "Euthanasie"-Opfer,
Wallstein Verlag, Göttingen, 29,90 Euro